Wie lunare Kräfte auf Heilkräuter wirken, Vollmond und Heilpflanzen, Wirkung der Mondphasen auf Pflanzen, YOLO Magazin
25.11.2021

Wie lunare Kräfte
auf Heilkräuter wirken

Text: Beatrix Treml

Beim Sammeln und Ernten von Kräutern ist es sinnvoll, sich nach dem Mond zu richten. Inwiefern aber beeinflussen die lunaren Kräfte die Wirkung von Heilpflanzen? YOLO ist dem Zusammenhang von Heilkräutern und Mondphasen auf die Spur gegangen.

La luna, der Mond, ist die Laune, die Stimmung, das Gefühl. Er repräsentiert die natürlichen Rhythmen des Alltags und die Zyklen des Lebens. Immer mehr Menschen sind der Überzeugung, dass die Mondphasen unsere Gesundheit und die Wachstumsprozesse in der Natur beeinflussen. Sehr viele Prozesse und Zyklen auf der Erde folgen dem Mondzyklus. Man denke nur an Ebbe und Flut oder den Zyklus der Frau. Die Wirkung der Gravitation des Mondes auf die Gezeiten ist sogar wissenschaftlich erklärt. Dass er auch den Wasserfluss an Land bis hin zu den einzelnen Pflanzen beeinflusst, ist deshalb naheliegend. 

Vor vielen Jahren wurde der Mondkalender kulturell begründet. Während er damals dem Überleben diente, werden diese Erkenntnisse heute eher im Bereich der Esoterik betrachtet. Menschen waren früher stark auf Naturbeobachtungen und ihre eigenen Erfahrungen angewiesen, als es noch keine wissenschaftlichen Beobachtungen oder Wettervorhersagen gab. Um die Arbeiten auf dem Feld oder im Garten planen zu können, wurden daher das Verhalten der Tiere, das Wetter und auch die Mondphasen beobachtet. In den unterschiedlichsten Kulturen ergab sich daraus ein Kalender, dem das Mondjahr zugrunde lag. Mittlerweile weiß man, dass Sonne als auch Mond einen deutlichen Einfluss auf alles Leben auf der Erde haben. 

 

Mondzyklus und Mondphasen 

Aus diesem gesammelten, alten Wissen heraus wurden Regeln entwickelt, welche die Zeit für Aussaat, Ernte aber auch das Beschneiden und Umpflanzen der Pflanzen festlegen. Hierfür unterscheidet der Mondkalender vier verschiedene Phasen, nämlich Blatt-, Wurzel-, Blüten- und Fruchttage. Diese beruhen auf auf das Sternbild, in welchem der Mond gerade steht. Am tiefsten Punkt liegt er der Mond im Schützen und steigt bis zum Wendepunkt im Sternbild Zwillinge. Jedes Tierkreiszeichen wird zusätzlich einer bestimmten Körperregion zugeordnet. Das ist besonders wichtig, wenn um das Sammeln von Heilkräutern geht - dazu weiter unten mehr. Die zwölf Tierkreiszeichen werden wiederum in Gruppen zusammengefasst, welche Trigone genannt werden. Jedes der vier Trigone steht für eines der vier Elemente und damit auch für eine bestimmte Pflanzengruppe. Je nach Zyklus und Tag werden dann die Arbeiten an Blattgemüse, Pflanzen mit oberirdischen Früchten, blühenden Pflanzen oder Knollengemüse durchgeführt. Da es zwei unterschiedliche Mondkalender gibt, können diese vier genannten Tage je nach Kalender voneinander abweichen. Zum einen gibts es den astrologischen (siderischen) Kalender. Er verwendet den Stand der Tierkreiszeichen am Himmel, den sie vor rund 2000 Jahren hatten, als ihr Stand zur Sonne festgelegt wurde. Zum anderen gibt es den astronomischen (synodischen) Kalender. Er nutzt die derzeitige Position der dem Tierkreis zugrunde liegenden tatsächlichen Sternbilder am Himmel. 

Zusätzlich ist es wichtig, den Unterschied zwischen Mondphase und Mondzyklus zu verstehen. Der Mond bewegt sich nicht immer in gleichbleibender Höhe, sondern steht mal höher und mal tiefer. Dieser als siderisch bezeichnete, also sternenbezogene Mondzyklus dauert 27,3 Tage und beschreibt das Wandern des Mondes bezüglich der Höhe. Als Mondphase hingegen wird die dauernde Rotation des Mondes um die Erde, der Wechsel vom Neumond zum Vollmond und wieder zurück, bezeichnet. Die Mondphase selbst, welche die Aussaat- und Erntetage festlegt, bleibt aber immer identisch. Die einfachste und älteste Mondregel lautet: Was nach unten wächst, muss bei abnehmendem Mond, was nach oben wächst, bei zunehmendem Mond gesät werden.

Zusammenfassend sind folgende Mondperioden für das Pflanzenwachstum relevant:

  • Phasen der Zu- und Abnahme des Mondes sowie Voll- und Neumond (Mondphase)
  • Mondstand in den Tierkreiszeichen
  • Auf- und absteigender Mond
  • Entfernung des Mondes zur Erde

 

Mondphasen und Pflanzensäfte

Am Meer zeigt sich die Anziehungskraft des Mondes besonders anschaulich. Sie ist die Ursache für die Gezeiten, also Ebbe und Flut. Der Mond zieht bei Ebbe das Wasser aufs offene Meer hinaus und bei Flut an die Küsten. Weiters hat die Stellung des Mondes großen Einfluss auf das Ausmaß beziehungsweise den Unterschied der Gezeiten.

Mondgärtner gehen davon aus, dass nicht große Wassermassen, wie das Meer, vom Mond beeinflusst werden, sondern auch kleinere, wie etwa Pflanzensäfte. Sie wandern durch die Pflanze, je nach dem wie es die Pflanze gerade braucht. Symbolisch wird die Aufstiegsphase im Mondzyklus auch als das Ausatmen der Erde bezeichnet, während der Abstieg das Einatmen verkörpert. Beim Ausatmen wird der Saft der Pflanzen vom Mond angezogen und strömt dadurch in die oberen Pflanzenteile. Daher sollte beispielsweise Obst während des aufsteigenden Mondes geerntet werden. Die Früchte stehen zu diesem Zeitpunkt gut im Saft und sind dadurch länger haltbar. Zur Zeit des absteigenden Mondes sammeln sich die Pflanzensäfte, sprich auch die sekundären Pflanzenstoffe, in hohem Maße in den unterirdischen Pflanzenteilen. Deshalb ist das die beste Zeit, um Wurzeln zu ernten.

 

So wirken Mondphasen auf Heilkräuter 

Eine ganze besondere Wirkung hat der Mond auf Heilkräuter. Heilpflanzen sind Kraftwerke im Miniformat. Es gibt kaum ein körperliches und psychisches Gebrechen, das nicht durch Wurzeln, Blätter, Blüten oder Früchte gelindert werden kann. Ein Blick in „Causae et Curae“, ein umfassendes Werk über das Wesen von Gesundheit, von Hildegard von Bingen zeigt, dass die heilende Kraft von Kräutern und Pflanzen besonders intensiv ist, wenn man sie unter Beachtung ihrer kosmischen Rhythmen erntet. Sie schreibt: „Wenn edle, gute Kräuter bei zunehmenden Mond vom Erdboden abgeschnitten oder mit der Wurzel aus der Erde gezogen werden, wenn sie in vollem Saft stehen, eignen sie sich besser zur Zubereitung von Latwergen, Salben und jeder Medizin, als wenn man sie bei abnehmenden Mond sammelt.“

Die Mondphase als auch der Mondstand im Tierkreis spielen beim Sammeln der Heilpflanzen eine große Rolle. Da, wie oben erwähnt, jeder Sternzeichen einer bestimmter Körperregion entspricht, stehen die zu behandelnde Region und das regierende Tierkreiszeichen zum Erntezeitpunkt in enger Verbindung. An Jungfrau gesammelte Kräuter helfen beispielsweise bei Probleme mit den Verdauungsorganen besser. Der Mond im Steinbock eignet sich besonders gut zum Sammeln von Heilkräutern für Hautprobleme. Werden diese also zum richtigen Zeitpunkt geerntet, können sie ihre Wirkung besser entfalten und die Kräfte am Größten. Bei Vollmond empfiehlt es sich also die oberirdischen Teile, wie Blüten, zu sammeln. Bei Neumond sammelt man dafür gegengleich die Wurzeln

Allerdings betrifft neben der Mondphase auch die Zeit im Jahr die Ernte von Heilpflanzen. Innerhalb des Jahres sollten Kräuter mit Gerbstoffen bestenfalls im Sommer gesammelt werden, während im Frühling und Herbst die beste Erntezeit für Wurzeln ist. Ebenso wichtig ist die Zeit innerhalb des Tages. Zur Mittagszeit kühlen ätherische Öle die Pflanze. Kräuter sollten aufgrund dessen vor und nach dem heißesten Moment des Tages gesammelt werden, da dann die Konzentration am Höchsten ist. 

 

Heilkräuter im November: Schwarzdorn

Im November steht der Mond im Tierkreiszeichen des Stiers, welches dem Element Erde zugeordnet wird. Schlehen gehören zu den uralten Heil- und Nahungsmitteln. Der Schwarzdorn, wie die Pflanze auch genannt wird, hilft, sich von Dingen abzugrenzen und neu zu beginnen. Räucherungen mit den zerstoßenen Beeren und pulverisiertem Schlehenholz wirken stark desinfizierend und stärken die Fähigkeit zur Abgrenzung. Das Räuchern mit diesem Heilkraut leitet das Lösen von alten Mustern ein und soll festsitzende Geister vertreiben. Die reifen Früchte besitzen heilende Kräfte. Sie wirken krampflösend, verdauungsfördernd und, insbesondere im Zeichen des Stiers, blutreinigend.

 

Heilkräuter im Dezember: Salbei

Im Dezember steht der Mond in den Zwillingen, also dem Element Luft. Salbei ist das Kraut für die Königin. Er bringt Wohlstand, Glück und reinigt von innen. Eine Räucherung mit weißem Salbei trägt zur atmosphärischen Reinigung bei und löst das Einsetzen von Heilung und Frieden aus. Besonders effektiv ist der Rauch von Salbei im Dezember bei chronischen Bronchialbeschwerden. Das ätherische Öl des Salbeis wiederum wirkt reinigend und scheimlösend auf die Lungen, die zugeordnete Körperzone des Zwilling-Mondes. 

 

Lunare Kräfte für eine bessere Gesundheit?

Mondkalender richten sich nach dem Umlauf des Mondes um die Erde. Dabei durchläuft der Mond unterschiedliche Phasen und durchwandert die zwölf Tierkreiszeichen. Abhängig davon, in welcher Konstellation dies geschieht, beeinflusst er das Pflanzenwachstum und die heilenden Kräfte von Kräutern und Pflanzen. Die heilende Wirkung von Pflanzen wurde schon längst wissenschaftlich nachgewiesen und sogenannte Phytopharmaka, also Arzneimittel pflanzlichen Ursprung, sind mittlerweile fixer Bestandteil in der Behandlung psychischer und physischer Beschwerden. Dass der Mond die Wirkung der Heilkräuter verstärkt, mag für Sie vielleicht neu sein. Während Studien aus Schweden und Großbritannien ergaben, dass die Mondphasen tatsächlich Einfluss auf die Pflanzen haben, konnte ein Zusammenhang zwischen Pflanzenwachstum und -wirkung und dem siderischen Mondzyklus bisher noch nicht nachgewiesen werden. Inwiefern die Kraft von Heilkräutern also tatsächlich vom Mond beeinflusst wird, bleibt weiterhin ein mysitsches Rätsel... Tatsache ist aber, dass der Placebo-Effekt existiert und dieser bestimmt auch in Bezug auf Mondphasen und Heilkräuter auftritt.  

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